Dienstag, 17. Oktober 2017

Vom Stundenzeiger des Lebens

Vom Stundenzeiger des Lebens. – Das Leben besteht aus seltenen einzelnen Momenten von höchster Bedeutsamkeit und unzählig vielen Intervallen, in denen uns bestenfalls die Schattenbilder jener Momente umschweben. Die Liebe, der Frühling, jede schöne Melodie, das Gebirge, der Mond, das Meer – alles das redet nur einmal ganz zum Herzen: wenn es überhaupt je ganz zu Worte kommt. Denn viele Menschen haben jene Momente gar nicht und sind selber Intervalle und Pausen in der Symphonie des wirklichen Lebens.


Friedrich Nietzsche



Ehemaliges Landesgartenschaugelände Bad Rappenau:





Montag, 16. Oktober 2017

Oktobersonntag

ich will die stille des frühen morgens behüten
wie meine eigenen augen
ich will die wälder in mir halten
wie ein versprechen aus meines herzens mitte
ich will dem tau lauschen der von blättern fällt
wie einer melodie des atems
ich will dem licht leise farben geben vom aufgang
wie der stille des mundes einen raum



Hermann Josef Schmitz



Bilder vom gestrigen Morgen auf dem Weg über den Besinnungspfad in Bad Rappenau. Eine schöne stille Wegstrecke, die am Gradierwerk beginnt.







Sonntag, 15. Oktober 2017

O trübe diese Tage nicht

O trübe diese Tage nicht
Sie sind der letzte Sonnenschein;
Wie lange, und es lischt das Licht,
Und unser Winter bricht herein.

Dies ist die Zeit, wo jeder Tag
Viel Tage gilt in seinem Wert,
Weil man's nicht mehr erhoffen mag,
Dass so die Stunde wiederkehrt.

Die Flut des Lebens ist dahin,
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn
Ein banger, nie gekannter Geiz;

Ein süsser Geiz, der Stunden zählt
Und jede prüft auf ihren Glanz -
O sorge, dass uns keine fehlt,
Und gönn uns jede Stunde ganz."



Theodor Fontane



Was für ein wunderschönes Konzert am Mittwochabend in Bonn in der Harmonie. Inga Rumpf & Helmut Krumminga - Blues vom Feinsten, Vergangenheit vom Feinsten, Covers vom Feinsten. Wir haben es sehr genossen und da müssen wir wieder hin. "Still got the blues" gab's als vorletztes Stück des Konzertes:



Samstag, 14. Oktober 2017

Vom Werden und Bleiben

ich gab dem klang der wellen einen eigenen namen
zahlenwälder starben unbemerkt aus
in einem wolkenstern wuchs atem
farben wurden erwachsen und fanden heimat
in feuern entstanden landschaften aus glas
wortgarben schmiegten sich aneinander und wurden gedicht
in allem war die liebe ein unendlicher brunnen



Hermann Josef Schmitz


Heute Nachmittag im Weinsberger Tag ... wunderschön.





Freitag, 13. Oktober 2017

Am Quai von Siracusa



Die Möwen lassen sich durch Winde fallen,
die Schiffe liegen wie auf Grund.
Das Meer steht still zu dieser Stund,
der dunkelsten von allen.
Kein Gast bewohnt im Grand-Hotel die Räume.
Verlassen stehn die Kaufmannshäuser da.
Hier ist die Schönheit ganz dem Ende nah
und ohne Trost selbst deine Träume.
Den Löwen sitzt schon Moder im Gebiß.
Katzen gebären in leeren Palästen. Und
durch das Lächeln der Madonna geht ein Riß.
Eroberer sind hier an Land gegangen.
Die Fischer halten ihren Fang. Die Stadt,
Vergangenheiten überhangen, von Anfang an.



Wolf Wondratschek



Das dieses Wochenende einen guten Blick haben möge – nach vorne, lichtvoll und mit viel Liebe erfüllt.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Du

inmitten der fremden worte
bist du mir himmelsrichtung geworden
ausgerissen aus den jahreszeiten
hast du die fensterwinkel geweitet
und deine stummen flügelschläge
haben mir einen weg gezeigt
inmitten der fremden nächte
bist du mir sternenstadt geworden



Hermann Josef Schmitz